Island: Heiße Quellen und Schwefelgase

Neben Vulkanen, Gletschern und Wasserfällen gibt es in Island auch zahlreiche Geothermalgebiete, in denen erhöhte Erdwärme herrscht und die Geysire, Schlammtöpfe oder sogenannte Solfataren hervorbringen.

 

Gleich nach unserer Ankunft in Island, auf dem Weg zu unserer ersten Unterkunft bei Selfoss, besuchten wir „Gunnuhver“. Der Schwefelgeruch kam uns bereits recht früh entgegen und vor Ort wurde aus dem Geruch dann ein fieser Gestank, der sich über große Schwaden aus Dampf verbreitete. Betreten konnten wir das Gebiet wegen der Hitze nur auf Holzstegen, denn der Boden wird durch die Erdwärme auf bis zu 100° Celsius erhitzt. Erst gestern berichteten einige isländische Nachrichtendienste, dass Gunnuhver von der Polizei abgesperrt wurde. Die Aktivität der Quellen hat in den vergangenen Tagen extrem zugenommen und das heiße Wasser spritzt nun bis auf die Besucherstege. Gestern wurde dann die Entstehung eines neuen Geysir verkündet. Als Geographin finde ich diese Entwicklungen wirklich spannend - vor allem, da ich bereits selbst dort war. 

Geothermalgebiet Gunnuhver

Ein sehr spektakuläres Geothermalgebiet befindet sich auf der anderen Seite der Insel, im Nordosten bei Mývatn. Unterhalb des Berges Námafjall, ganz in der Nähe des Vulkans Krafla, liegt Námaskarð. Dieses Gebiet besteht aus zahlreichen heißen Quellen, Schlammtöpfen, Fumarolen und Solfataren. 

Überall steigt Wasserdampf auf und vulkanische Gase treten aus der Erde - es zischt, sprudelt und kocht. Einige Quellen oder Gasherde bilden dabei Schwefel. Dadurch verbreiten sie den Geruch von faulen Eiern und der Boden erhält eine auffällige, bunte Färbung.

Nàmaskard

Natürlich besichtigten wir auch den berühmtesten  Geysir in Island, den Strokkur (isländisch: Butterfass). Auch er ist Teil eines Geothermalgebietes und äußerst beeindruckend. Etwa alle 10 Minuten wölbt er sich zunächst auf, bildet eine Blase und bricht daraufhin mit einem lauten, zischenden Geräusch aus. Die Fontäne aus kochendem Wasser kann dabei eine Höhe von bis zu 35 Metern erreichen.

Den letzten Tag unserer Reise wollten wir in Reykjavík verbringen. Reykjavík ist allerdings eine recht kleine Hauptstadt und so hatten wir am späten Nachmittag den Stadtkern bereits zum zweiten Mal erkundet und unser Flug sollte erst nach Mitternacht starten. Wir beschlossen also, einen letzten Ausflug in die außergewöhnliche Natur der Insel zu unternehmen.  Reykjavík mit seinen etwa 200.000 Einwohnern erschien uns nach zwei Wochen grenzenloser Natur ohnehin zu voll, zu laut und zu hektisch. Wir verließen daher noch einmal die Stadt, um das Geothermalgebiet Krýsuvík zu erkunden. 

Geothermalgebiet Krýsuvík

Auch dort gibt es heiße Quellen und blubbernde Schlammpfützen, die schwefeligen Geruch verbreiten. Mittlerweile hatten wir uns an diesen "Duft" jedoch schon gewöhnt. Und während ich gerade darüber schreibe, habe ich diesen unverkennbaren Geruch wieder in der Nase. :-)

Geothermalgebiet Krýsuvík

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